Brettl-im-blog unter Hygienebedingungen

Satire hält von ihrer Funktion her schon Abstand zu den Ereignissen und Personen, die sie zum Thema macht. Doch auch darüber hinaus haben wir uns an die empfohlenen Hygienemaßnahmen gehalten und versucht die Übertragung von Aerosolen zu vermeiden. Solche werden nicht nur beim Singen in christlichen Gemeinschaften produziert, sondern auch beim Lachen über satirische Bemerkungen. Allerdings ist es unmöglich die Herstellung von humorvollen Produkten zu lange zu behindern, wenn man nicht die Arbeitsplätze von zig tausend Frohsinn-Beschäftigten gefährden möchte. Insofern lassen wir die Produktion von witzigen Bemerkungen wieder anlaufen, wenn auch nur sehr langsam und schrittweise. Wir hoffen allerdings, dass Sie sich bei der Öffnung ihres Mundes und das daraus Ausstoßen eines Lachvorganges an die Abstandregel halten. Das betrifft auch den Mundschutz beim Lesen. Beim Schreiben unserer satirischen Anmerkungen dagegen ist der Mundschutz rein sachlich nicht erforderlich, da wir nicht zu denen gehören, die über ihre Scherze am meisten lachen und vielleicht darüber hinaus sogar alleine.

Wir sind sogar bereit auf eigenes Risiko, die Witzeproduktion wieder an heimische Standorte zu verlagern, um der Gefahr zu begegnen, dass aufgrund der unterbrochenen Lieferketten aus den Billiglohnländern für Witze hier eine Atmosphäre von Hamsterkäufen zu schaffen, die dann nur noch durch Ramsch von den Discountern (in der Medienbegrifflich Privatsender) z.B. aus dem Oliver-Pocher-Regal befriedigt werden können.

In der vorsichtigen Aufnahme der satirischen Produktion lassen wir uns von dem Kriterium der Priorität leiten. Also, was ist besonders wichtig, das unbedingt unseres Kommentars bedarf. Und Nummer 1 ist gekennzeichnet durch einen Namen: Philipp Amthor

Philipp Amthor

Quelle: HAZ 20. Juni 2020 Foto: CHRISTIAN ROEFEL

Wem dieses Bild als Witz ohne Worte nicht genügt, dem stellen wir noch zwei zusätzliche Kommentare zur Verfügung.

Der erste stammt aus dem Vorabdruck seiner Biographie anlässlich seiner siebten (In Ziffern: 7.) Kanzlerkandidatur 2052 mit dem Titel

Philipp Amthor: Bilanz eines Außerwählten Nichtgewählten 1992 – 2082

„Als kleiner Junge liebte ich es in die Kleidung meines Vaters zu schlüpfen und ganz erwachsen zu sein. Und wo ist man erwachsener als auf der Jagd. Mit sich der Natur und der Kreatur allein und Herrscher aller zu sein. Ein Gefühl, das mich nie mehr loslassen würde. Und das Gefühl, dass mir das alles zu groß sei, das mir die anderen immer wieder einreden wollten, hat mich nie überkommen. Im Gegenteil es stand mir, wenn ich die Bilde von damals anschaue gut und mir auch zu. Und Wissendarum, anders zu sein als alle anderen in meinem Alter, begriff ich nie als Ausgrenzung, sondern als Auszeichnung. Wer zu Großem befähigt ist, muss Stärke zeigen angesichts der Erfahrung nicht dazuzugehören zu denen, die einen belächeln, aber dahinter nur den Neid verbergen.

Und ich wusste schon damals, altklug wie ich war – und das in ganz positiven Sinne -wenn die jungen Leute derzeit eher auf einen Blogger wie Rezo hören oder Rap-Musik sich reinziehen, kann ich nur mit Weitblick darauf verweisen, dass diese bald vergessen sind und ich als Vertreter einer moralischen Renaissance in die Geschichte eingehen werden mit dem Amthor-Rap, der so lautet:

Üb immer treu und Redlichkeit, für Dich mein Freund auch Du
Suchst Deinen Platz, in deinem Fall, ist das die CDU
Dort bist Grufti dann jung und Star
Und erntest Amt und was in bar

„Die zweite Informationsquelle ist aus dem Handbuch für Sozialpsychologie und Politik, das vor allem dadurch bekannt wurde, dass dort ein Virologe den Nachweis publiziert hat, dass der Virus Narzissmus aus einem Forschungslabor entwichen und in den USA eine präsidiale Mutation erfahren hat. Von dieser Mutation geht eine Gefahr aus, die die von Corvid 19 bei weitem überwiegt.

In einem in diesem Handbuch erschienenen Kurzbeitrag wurde die sonderbare Entwicklung des Philipp Amthor auf ihre Ursachen hin untersucht. Da dieser merkwürdigerweise schon mit Krawatte geboren wurde und von daher zu den Besonderen gehörte (eine offizielle behördliche Formulierung zur Vermeidung begrifflicher Diskriminierung wie z.B. behindert, gestört), bemühte er sich unter dem Beifall des von ihm selbst aufgesuchten Umfeldes, schlicht und einfach die Rolle des Besonderen einzunehmen. Dabei ist ihm die Aufgabe des role-makings – im interaktionistischen Sinne – dadurch geglückt, dass er schlicht und einfach auf ein imGrunde genommen historisch überholtes Muster zurückgegriffen hat. Fürwahr ein wahrlich wissenschaftlich äußerst interessantes Phänomen. Selbst wenn es ihm – trotz seines Drängens – wider Erwarten nicht gelingen würde eines Tages den Doktortitel zu erlangen, würde als Gegenstand mehrerer Dissertationen durchaus taugen. Welche Disziplin sich mit ihm befassen wird, lassen wir zur Vermeidung jeglichen Diskriminierungsverdachtes offen.

An alle, die auf die nächste Ausgabe von brettl-im-blog warten:

Wir machen es wie die Regierenden und fahren auf Sicht. Und da wir gegenwärtig keine haben, halten lieber einfach mal wir an. Es sei denn es drängen sich Themen auf, an denen man einfach nicht vorbeigehen oder vorbeischreiben kann.

Brettl-Splitter

Ansonsten sonnige Aussichten mit einem praktischen Tipp von Klaus Stuttmann:

Quelle: www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur/7464

Und schließlich noch ein hilfreicher Hinweis zur Verbesserung Ihrer Planungssicherheit:

In einem halben Jahr ist Weihnachten!

1 Kommentar

  1. Ich bin Philipp Amthor dankbar, dass er sich selbstlos als im Vorfeld gescheiterter Kanzlerkandidat opfert. Schließlich erleichtert er durch seine Hingabe anderen Mitbewerbern die Wahl, denn es gilt auch hier das alte Sprichwort: Unter Blinden ist der Einäugige König. Vielleicht wird ihm dann und wann ein bescheidenes monetäres Zubrot ohne Leistungsnachweis von den Mitbewerbern zu Teil.

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