SatirSpiegel im brettl-Format vom 16. Februar 2019

Unseren heutigen Blog starten wir auf etwas ungewöhnliche Weise und zwar mit etwas, was üblicherweise ganz hinten, unten oder irgendwo zwischendurch versteckt steht und zwar dem Kleingedruckten:

In der letzten Ausgabe von brettl-im-blog konnten einige unserer Hörer in dem Beitrag „Im Autosalon“ den Ton nicht empfangen. Da unzufriedene Freundinnen und Freunde unseres SatirSpiegels das Letzte ist, was wir wollen, haben wir nach aufwändigen technischen Recherchen den Fehler gefunden und den Text neu auf gesprochen und mit dem alten ausgetauscht. So können nun alle den schwäbischen Sound, der zu diesem kleinen Stück Satire unbedingt gehört, miterleben.

Nach diesem Hinweis dürfen wir Sie heute mit einer höchst erfreulichen Information begrüßen

Die Bundeswehr bleibt eine Friedensarmee

Allen, die der Bundeswehr seit deren Gründung mit Skepsis begegnen, sei nochmals der Nachweis erbracht, dass sie allein der Friedenssicherung dient.

Die Bundesverteidigungsministerin kommt dieser Verpflichtung nach und setzt gerade bei all den gegenwärtigen Problemen mit den Waffen und anderen militärischen Instrumenten nun auf die Strategie

„A Cappella“.

Foto Quelle: DER SPIEGEL Nr.5 / 26.1.2019 S. 23

Die Bürger in Uniform haben sich bei der Abstimmung darüber, welches Landser Lied die gegenwärtige Situation der Bundeswehr am besten wiederspiegelt mit überwältigender Mehrheit entschieden für

Wir lagen vor Madagaskar

Die in diesem Lied beschworene Angst vor der Pest hat sicherlich ihre Berechtigung verloren, zumal zwischen dem Russisch-Japanischem Krieg 1904/1905, dessen Geschehnisse in dem Lied anscheinend verarbeitet werden (so viel Erwachsenenbildung am Rande muss sein), und heute mehr als hundert Jahre liegen. Doch das ungute Gefühl, das in der Zwischenzeit durch Asterix‘ Angst, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt, meisterhaft gepflegt wurde, hält an. Dazu der etwas hilflose

Mono DialogEs liegt was in der Luft“

„Blicken Sie da noch durch. Ich nicht!

Da schreibt ein Doktor einen Brief. Darin zweifelt er die Grenzwerte für das an, was bestimmte Autos in die Luft blasen. Stickoxyde heißen die, glaube ich. Gesehen habe ich noch keine, aber gerade deshalb sollen die so gefährlich sein.

Und mehr als hundert Kolleginnen und Kollegen haben diesen Brief unterschreiben. Und das ganz außerhalb der Gebührenordnung für Ärzte.

Der Briefschreiber wird dann in die Nachrichtensendung des ZDF eingeladen und dann holt ihn auch noch die ARD in eine Talkshow, die will nicht verschlafen gelten. Und da sitzen dann andere und sagen, dass der eine, also der Briefschreiber gar kein richtiger Wissenschaftler wäre, sondern ein Arzt. Das wundert einen dann doch, weil der doch den Doktortitel hat und darüber hinaus auch noch den eines Professors. Und einen Doktortitel bekommt man doch nur, wenn man eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat. Und den Professorentitel, wenn man sich als guter Wissenschaftler erwiesen hat. Und dieser erste Doktor kontert sogar noch, dass er sich sogar über dieses Thema habilitiert habe. Und dies ist nach Google der Nachweis, dass man das Zeug dazu hat, Professor zu werden, was er dann auch wurde. Außerdem habe er auch darüber einen Beitrag veröffentlicht. Im Ärzteblatt.

Da lächelt der andere Professor und Doktor fast schon zynisch, so als wäre das Ärzteblatt so etwas wie das „Goldene Blatt“ für Ärzte, also nicht ernst zu nehmen. Und er weist darauf hin, dass er als Präsident der Vereinigung der Lungenärzte die Mehrheit der Fachärzte vertritt, die mehr als 3000 und nicht nur die läppischen 100 umfasst. Da weist der eine darauf hin, dass er ja auch schon mal der Präsident gewesen sei. Er bezweifle zudem die Gültigkeit der wissenschaftlichen Vorgehensweise, vor allem die Interpretation. Da hält der andere dagegen, sein Vorgehen wäre internationaler wissenschaftlicher Brauch. Den Vortrag, wie dies ablaufe, unterbricht die Moderatorin mit dem einigermaßen charmanten Hinweis, dass Talkshows anscheinend eine andere Geschwindigkeit als Wissenschaft haben. Und man wird mit der Überlegung alleine gelassen, ob dies zurecht so ist. Wenigstens kommt mir dies entgegen, da ich mich schon auf den Krimi nach der Talkshow freue.

Und da fällt einem ein, was neulich ein anderer Doktor aus einem anderen Fach gesagt hat und zwar, dass die Doktoren, die wir am meisten kennen, also die Ärzte keine so richtigen Doktoren wären – also als Wissenschaftler – sonst wären ja nicht so viele Ärzte Doktoren. Wo es so viele sind, wäre es auch nicht so schwer, den Doktortitel zu bekommen. Da hätten es die anderen, wie z.B. die Naturwissenschaftler oder die Philosophen viel schwerer, und da gibt es dann auch viel weniger Doktoren.

Und da melden sich dann auch noch die Politiker zu Wort und betonen, dass sie für die Menschen da wären und die einen aus diesem Grunde die Meinung der einen Ärzte teilen würden, während die anderen aus eben demselben Grunde die Meinung der anderen vertreten.

Da weist nun ein weiterer auf die Meinung des Ministers hin, weil er auch dessen Stellvertreter in der Öffentlichkeit ist, der die Menschen, für die auch er da ist, nicht gängeln will und es deshalb begrüßt, dass nun auch eine Meinung auf den Tisch kommt, die ihm gelegen ist und zwar die Meinung der einen. Und diese ist anscheinend die richtige, um nicht gegängelt zu werden.

Außerdem würde bei uns falsch gemessen. Würde an anderen Stellen gemessen, würden die dort lebenden Menschen weniger krank oder würden sich weniger anstellen müssen.

Da weisen wieder andere darauf hin, dass das Ganze nach europäischem Recht geregelt sei, warum der andere wiederum sagt, dann müsse sich eben Europa wieder neu anpassen, also das Gängeln von den Autofahrern nur auf Europa verschoben werden müsse.

Ein Glück, dass so eine Talkshow nur eine Stunde dauert. Die haben mich richtig besoffen geredet. Ich glaube ich muss mich erst einmal in Ruhe ausnüchtern. Außerdem muss ich warten, bis sich der Staub gelegt hat, der hier aufgewirbelt wurde. Dabei muss ich im Umweltministerium einmal nachfragen, ob es sich dabei um Feinstaub handelt oder dieser doch zu grob ist.

Ich hoffe, dass dies bis zur nächsten Talkshow geklärt ist, sonst muss ich mit einer Atemmaske vor dem Gerät sitzen. Möglicherweise tritt dann einer mit der Behauptung an die Öffentlichkeit, die Welt sei keine Kugel, sondern eine Scheibe und er hoffe auf Donald Trump, der, wenn er schon keine Mauer bekommt, die Leugnung des Klimawandels um die Scheiben-Theorie erweitert.“

Und als Moral von der Geschichte oder die Antwort auf die Frage: was lernt uns das. Menschen mit Doktoren- und Professorentitel können auch im Pensionsalter noch berühmt werden und darauf hoffen, dass ihnen eine Vielzahl von Mitmenschen zuhören, wenn sie die Medien nur mit Nachrichten versorgen, die diese zu Sensationen umschreiben können.

Der Autor von brettl-im-blog bleibt dagegen bescheiden und genießt es, wenigstens einen kleinen aber erlesenen Kreis von Freundinnen und Freunden zu erfreuen.

Also wir raten nach diesem Beitrag: kräftig durchatmen, Luft anhalten, und …         wie es dann weitergeht, verraten wir in der nächsten Ausgabe.

Dabei liegt die Lösung so nahe

Im Grunde genommen ist es einfach, eine Lösung des Problems um Feinstaub und Stickoxyde zu finden. Man braucht nur einen Berater, der mit Hilfe von Kreativmethoden, insbesondere mit der Kopfstand-Technik uns einen Ausweg bietet, der uns vor Überraschung den Feinstaub von den Augen fallen lässt. Brettl-im-blog hat mit Klaus Stuttman den führenden Experten gefunden.

Und wenn wir verzweifelt nach einem (un)passenden Übergang zu dem nächsten Dauerthema suchen, können wir wenigstens aufatmen, dass wir die von Stuttmann vorgeschlagenen Verkehrsschilder nicht ins Englische übersetzen müssen.

Zum Brexit

Natürlich darf auch in dieser Ausgabe eine Anmerkungen zu dem Geschacher um den Brexit nicht fehlen. Um unser Bemühen, ausgewogen zu bleiben, zu demonstrieren, haben wir dieses Mal die nationale Brille abgesetzt und lassen eine Stimme aus dem Ausland zu Wort kommen.

Den besten Kommentar zu dem Durcheinander in London lieferte dabei der dänische Finanzminister Kristian Jensen:

Es gibt zwei Arten von Nationen in Europa. Es gibt kleine Nationen – und es gibt Länder, die noch nicht verstanden haben, dass sie kleine Nationen sind.“

…sagt das Kabinettsmitglied der kleinen Nation, das seine Grenze durch einen Metallzaun vor den Wildschweinen schützt, die von Deutschland aus einzuwandern drohen.

Hört man hier ein Trumpeln?

Steigende Immobilienpreise – eine Ente?

Brettl-im-blog entlarvt die Klage über die steigenden Immobilienpreise in Deutschland als Ente. Vor allem im Flächenland Niedersachsen gibt es ein genügendes Beispiel als Gegenbeweis. Hier wird sogar ein Schloss für einen Euro verkauft. Und dies inklusive Schwamm. Diesen in einen etwaigen Zusammenhang mit einem Vorkommnis während der Expo 2000 zu bringen, das Ernst August Senior in der Boulevardpresse den Namen Pinkelprinz beschert hatte, wäre jedoch keine zulässige Schlussfolgerung.

Und zum Schluss nochmals etwas Kleingedrucktes

(1) Für unsere jüngeren Leserinnen und Leser, die das noch nicht kennen und für all die anderen, vor allem die Monarchie-Freunde, die die Angelegenheit aus Scham verdrängt haben, für diejenigen, die für Schlagzeilen aus dem Boulevard blind sind und die Regenbogenpresse aus ihrem Blickfeld bannen, und auch für die, die endlich erfahren möchten, wie es in höheren Kreisen zugeht, eine historische, bereichernde Information:

Das Haus der Welfen hat nicht nur dem englischen Königsthron zur Personalbeschaffung gedient – möglicherweise als Vorläufer für die Abwerbung junger Fußballtalente auf die Insel. Sein Chef, die königliche Hoheit Ernst August Senior, hat während der Expo 2000 in Hannover an den Türkischen Pavillon uriniert, was von den Paparazzi auch hinreichend dokumentiert und kommentiert wurde und möglicherweise insgeheim den Groll von Erdogan gegen Deutschland begründet. Ein Verdacht, den noch niemand außer brettl-im-blog gewagt hat zu äußern.

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