SatirSpiegel im brettl-Format vom 25. Januar 2019

Katastrophe bei Neujahrsansprache!

Nach dem Fall „Claas Relotius“ und dessen Rauswurf aus dem SPIEGEL erschüttert inzwischen ein weiterer journalistischer Skandal die Republik und das im Hause der Satire, die im Grunde genommen ein Synonym für Seriosität ist. Es handelt sich um brettl-im-blog.

Dort hat einer aus der Redaktion die Neujahrsansprache des Chefautors aus dem Vorjahr ins Netz gestellt. Vor allem die darin ermittelten Zahlenwerte sind Vergangenheit, auch wenn die neuen im Grunde genommen die alten im Trend bestätigen. Wir entschuldigen uns bei allen unseren Lesern und Hörern, denen unsere Informationen Halt in unser aller bewegtem Leben geben. Natürlich sind wir um eine lückenhafte Aufklärung bemüht. Der vermutliche Täterkreis ist inzwischen auf einen eingegrenzt. Allerdings sind die Motive des fast schon Überführten noch nicht klar. Auch, ob es sich um eine vorsätzliche Täuschung handelt, lässt sich nur auf der Ebene der Vermutung verspekulieren. Sollte Vorsatz im Spiele sein, müsste noch geklärt werden, ob ein satirischer Vorsatz eine Straftat darstellt. Brettl-im-blog strebt in dieser Sache eine Musterfeststellungsklage beim Bundes-Satire-Gericht an. Bis dahin stehen alle unsere heutigen und auch zukünftigen satirischen Anmerkungen unter Vorbehalt und stellt zugleich alle, die brettl-und-blog zu sich nehmen, von allen Regressforderungen seitens Dritter frei.

Allerdings befindet sich brettl-im-blog in dieser Angelegenheit in mehr oder weniger guter Gesellschaft. Auch Helmut Kohl ist beim Jahreswechsel 1986/87 Opfer solch einer Panne geworden. Warum sollen sich brettl-im-blog kleiner machen als dessen 193 cm Körpergröße. Trotz dieses Missgeschicks hat sich auch damals die Welt weiter gedreht. Wir wünschen uns, dass dies auch so weitergeht, denn ohne diesseitige Welt keine Satire oder gibt es auch eine solche im Jenseits?

Wo bleibt Merz?

Nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Parteivorsitzenden, oder sagen wir es anders: nach der Niederlage von Friedrich Merz – von Jens Spahn redet keiner mehr, der liegt auf Wiedervorlage – fragen alle nach, was nun aus dem armen Friedrich wird. Einige CDU-Granden (und er selbst schließt sich vorbehaltlos dieser Meinung an) halten ihn für kanzlerabel, nicht nur weil er mit 198 cm der größte Kanzler der Bundesrepublik wäre. Der Spiegel verleiht ihm den Titel „Gespenst“, so wie es oft hinter den Kanzlern oder auch der Kanzlerin spukte, weil sie der Meinung waren, sie könnten es besser. So Schmidt hinter Brandt, Strauß hinter Kohl und auch Schäuble hinter Merkel. Neu ist allerdings, dass man dem Gespenst Merz einen offiziellen Status verleihen möchte, sobald ein Stuhl am Kabinettstisch frei wird, oder ihn wenigstens zu einem Berater erklärt. Wodurch unterscheidet er sich dann von den anderen rund 425 000 CDU-Mitgliedern, die eigentlich selbstverständlich solch einen Auftrag haben, es sei denn, er wird dafür bezahlt jetzt gleich oder später durch ein entsprechendes Amt. Dessen Honorierung hängt sicherlich hinter seinem bisherigen Tagessatz zurück.

Doch lassen wir all diese Spekulationen und begrüßen ihn und sein Geheimnis mit einem passenden Frühlingslied. Und wieder ist damit brettl-im-blog seiner Zeit – wenigstens einer Jahreszeit – voraus.

Und genießen Sie den musikalischen Beitrag akustisch!

IM SPÄTHERBST DER SCHÄUBLE DEN MERZEN EINSPANNT

Im Spätherbst der Schäuble den Merzen einspannt
Der setzt seine frühere Meinung in Stand
Er pflügt den politischen Boden und sät
Politische Zwietracht früh morgens bis spät


Und gedeiht nicht sofort das goldene Korn
Versucht er‘s erneut und beginnet von vorn
Er verdoppelt die Saat und wird niemals ruhn
Er hat wie immer wieder so vieles zu tun


Und auch die Freunde die werden nicht schlapp
Sie rennen durchs Land mal bergauf mal bergab
Sie quatschen und malen die Not an die Wand
Da hat uns Gott den Erlöser gesandt.

Was tun im Falle eines ungeregelten Brexit?

Vor dem Hintergrund der Entwicklung in der EU hätte uns sicher ein versierter Finanzer unseres Vertrauens – wenigstens einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Bürgern-  gut getan, vor allem denen, die (mit Ausnahme von uns allen als Steuerzahler) bislang von solchen Geschäften noch nicht betroffen wurden. Vor allem durch die Aufwertung des Finanzplatzes Frankfurt. Doch es gibt noch ganz andere Probleme, die jeden einzelnen von uns auf ungeahnte Art und Weise persönlich betreffen.

Die Folgen eines Brexit greifen in bislang ungeahnte Art und Weise auch in die tägliche Praxis der Nicht-Britten ein. Selbst für unsere unschuldigen Heimwerker.

Deshalb eine wohlgemeinte Mahnung an alle, die auf die Hilfe unserer britischen Nachbarn nicht verzichten wollen.

Haben Sie für ihren Engländer schon ein Visum beantragt?

Brettl-im-blog stellt Ihnen zur Erleichterung des Antragsverfahrens ein standardisiertes Passfoto zur Verfügung:

Besonders die Autoindustrie soll vom Brexit betroffen sein. Dazu kommen noch die Schwierigkeiten, die uns Donald Trump bereitet, indem er auch für die deutschen Autobahnen den Anspruch erhebt „America first“. Aber auch die inländischen Kunden bereiten vermehrt Probleme vor allem, wenn sie aus einem Volksstamm kommen, in dessen Gefilden zwar Autos zu Hauf produziert werden, aber beim Kauf dieser die landsmännisch spezifische Sparsamkeit zu Tage tritt.

Hören Sie am besten rein, um das landsmännische Flair mitzubekommen, das in der schriftlichen Fassung nicht zu vermitteln ist.

V (Verkäufer): Guten Tag mein Herr, was kann ich für Sie tun?

K (Kunde): Grüß Gott. Ich hätte gerne ein gebrauchtes Auto vorbestellt

V: Gebrauchtwagen haben wir eine Halle weiter. Darf ich Ihnen den Weg zeigen oder möchten Sie, dass ich Ihnen einen Kollegen rufe?

K: Das braucht es nicht, das ist gar nicht nötig, ich weiß schon welchen ich will

V: Das ist ja prima. Sie sind also ein Mann von schnellen Entscheidungen. Gut so. Aber vielleicht ist es dann doch besser in die Gebrauchtwagenhalle zu gehen und meinem Kollegen diesen Wagen zu zeigen

K: Das muss nicht, das brauche ich gar nicht. Der steht schon hier. Der da, der ist es.

V: Aber mein Herr, dies ist doch ein Neuwagen

K: Ich habe aber doch deutlich gesagt: ich will den nur vorbestellen

V: Als gebrauchten habe ich dieses Modell allerdings noch gar nicht da. Dies ist eine ganz neue Serie. Vielleicht finden wir als Gebrauchten einen ähnlichen Wagen aus der Vor-Serie,

K: Nein ich habe doch deutlich gesagt: ich will genau den. Meine Frau und ich haben gestern durch das Schaufenster geschaut und sie findet den auch gut. Vor allem das gedeckte Grün hat ihr gefallen. Gell, Frauen, die schauen ja nicht nach dem Hubraum und nach der PS-Zahl. Für die ist meist die Farbe entscheidend. Eben typisch Frau.

V: Na ja, ich denke wir haben eine genügend große Auswahl an Gebrauchtfahrzeugen, damit wir auch hier dem Farbwunsch ihrer Frau entsprechen können. Wenn die Not am Mann oder in diesem Fall an der Frau ist, finden wir bestimmt einen ähnlichen.

K: Wir wollen aber keinen ähnlichen, wir wollen auch keinen gleichen, sondern wir wollen denselben. Das ist doch ein entscheidender Unterschied.

V: Den hier können Sie gerne haben, doch als Neuwagen, eben dann auch zum Neuwagenpreis.

K: Ich will ihn aber als gebrauchten haben. Herrgott, ist denn das so schwer zu verstehen!

V: Aber ich kann Ihnen doch keinen neuen als gebrauchten verkaufen. Da zahlen wir ja erheblich drauf.

K: Ich glaube Sie hören mir nicht richtig zu! Ich will den ja nicht gleich mitnehmen, sondern vorbestellen. Und wenn der dann gebraucht ist, kaufen und zwar genau den. Wissen Sie ich bin nicht nur ein Mann der schnellen Entscheidung, wie Sie selbst gesagt haben, sondern auch einer, der genau wissen will, was auf ihn zukommt, sagen wir mal so in vier bis fünf Jahren.

V: Aber ein gebrauchtes Auto unterscheidet sich von einem neuen, dass er schon eben die von Ihnen genannten Jahre alt ist und auch schon einige Kilometer gefahren wurde.

K: Also, wenn das Ihr Problem ist. Da kann ich Ihnen entgegenkommen. Ich stell in der Zwischenzeit den vor mein Haus oder sogar in meine Garage. Und zwischendurch die Kilometer fahren, damit er als gebrauchter gilt, das erledige ich selber, wenn ich Zeit habe, auch für Sie.

Und weil Sie so nett sind: das kostet Sie keinen Cent!

Vielleicht ist das Abwarten, bis ein neues Auto ein gebrauchtes ist, das Allheilmittel, um unser Verkehrsproblem zu bewältigen.

Unabhängig davon, wie Sie sich konkret verhalten, brettl-im-blog wünscht ein entspanntes Abwarten, ob beim Fahren, oder beim Parken.

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