SatirSpiegel im brettl-Format vom 2. Mai 2019

Müssen wir uns Sorgen um brettl-im-blog machen?
Nein! Brettl-im-blog feiert am 5.5. Geburtstag

Diese Sorge hat in den vergangenen zwei Wochen die öffentliche Diskussion in Deutschland beherrscht. Und zweifellos schien diese Sorge nicht unberechtigt, denn entgegen dem sonst üblichen arhythmischen Rhythmus von ca. 3 Wochen mussten die Satireliebhaber länger auf eine neue Ausgabe warten.

Letztlich erwiesen sich die Sorgen allerdings als unbegründet. Uns waren weder die satirischen Grundlagen noch die dazu passenden Kommentare verloren gegangen. Der Grund für unser längeres Schweigen lag in der Konzentration auf die Vorbereitung der Feierlichkeiten anlässlich unseres zweiten Geburtstages am 5. Mai 2019. Da wir Sie schon an der Taufe teilhaben lassen, wollten wir Sie auch zu dem Wiegenfest einladen und die Gelegenheit bieten, die inzwischen erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten des Geburtstagskindes zu bestaunen.

Was sollte ein zweijähriges Geschöpf alles können? Dazu haben wir den weltbekannten Kinderpsychologen Professor Google befragt und der hat das bestätigt, was Sie heute alles an unserem Geburtstagskind bewundern können.

Es zeigt inzwischen deutlich verbesserte feinmotorische Fähigkeiten, darüber hinaus Fortschritte bei der Sauberkeitserziehung konkret: es nimmt früher wahr, „wenn und wann es muss“. Und es kann schon Dinge benennen und Ein- und Zweiwortsätze bilden.

Die knapp 2000 (in Worten: zweitausend!) Lesenden und Hörenden unserer SatirSpiegels, die wir inzwischen im Monat erreichen, mögen nun beurteilen, ob dies auf unseren Sprössling zutrifft. Auf alle Fälle legen wir als eine begabte Familie Wert darauf, dass er als hochbegabt anerkannt wird, wenigstens was die Wort-Aneinander-Reihung betrifft und die im Hintergrund lauernde humorvolle Intention. Allerdings entwickelt sich das Verständnis für Humor normalerweise erst ab dem Schulalter; doch wie gesagt, unser Sprössling ist hochbegabt. Und falls keiner über die Scherze lacht, nehmen wir uns ein Vorbild an Jan Böhmermann, der selbst die Bundeskanzlerin beklagt hat, seine Witze lustig zu finden. Im Zweifelfall, nehmen Sie sich einen Anwalt oder weit weniger aufwändig: Sie lachen einfach über unsere Pointen. Dazu sind sie schließlich da, die Witze.

Die Satire und das schwarze Loch

Brettl-im-blog hat aus Sorge um die eigene Zukunft ein astrophysikalisches Gutachten erstellen lassen. Die schlechte Nachricht: Das schwarze Loch wird auch brettl-im-blog verschlingen mit all der Satire, auch wenn diese qualitativ noch so gewichtig sein mag. Die gute Nachricht: Auch die Verursacher der satirischen Beiträge werden verschlungen. Selbst den massigen „Minister für Wirtschaft und Energie“, dem man wenigstens äußerlich die Qualifikation zum Doppelminister ansieht, wird es treffen. Die große Entfernung von zig Millionen von Lichtjahren wird allerdings kein Aufschub zur Folge haben; es sei denn man reist mit der Deutschen Bahn. Aber zum Trost: Bei mehr als 60 Minuten Verspätung bekommt man von der Bahn zwischen 20 und 50% der Reisekosten zurückerstattet.

Und noch ein kleiner praktischer Tipp: Es gibt dafür ein „Fahrgastrechte-Formular“ zu adressieren an

Servicecenter Fahrgastrechte 60647 Frankfurt am Main.

Und noch ein letzter Tipp: Vergessen Sie es nicht, den Brief mit einer 70 ct.-Marke freizumachen.

Foto-Quelle: Spiegel-Titel Nr. 16/13.4.2019

Einführung einer obersten Witze-Kontroll-Behörde oder eines Witz-Reinhalte-Gesetzes

Eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des deutschen Bundestages ist gerade dabei den Handel an Witzen (sowohl auf Produktions-als auch auf Abnehmerseite) zu regulieren. Es gilt als wahrscheinlich, dass eine Institution gebildet wird, die entweder einen Witzbeauftragten – vergleichbar dem Wehrbeauftragten – oder eine oberste Witz-Kontroll-Behörde aus der politischen (Re-)Torte heben wird. Ziel des Unterfangens ist es, alle Minderheiten bzw. solche, die sich als solche fühlen, und alle, die diskriminiert werden oder sich so fühlen, vor Anspielungen zu schützen.

Eine große Gruppe von Parlamentariern vertritt allerdings die Meinung, dass eine solche Behörde lediglich eine Alibi-Funktion einnehmen würde, die real an der Verbreitung von Witzen in ihrer diskriminierenden Absicht nichts ändern würde und fordert ein entsprechendes Witz-Reinhaltegesetz.

Sollte ein entsprechendes Gesetzesvorhaben in Gang gesetzt werden, kann man vermuten, dass die einzelnen Abgeordnete von dem Fraktionszwang befreit werden, zumal bei Witzen eine Fraktionsdisziplin kaum mehr zu halten ist. Angesichts der unterschiedlichen Meinungen zu dem Tagesordnungspunkt „Witz“ wäre dies auch nicht anders möglich. So geht Angela Merkel davon aus, dass Witze dazu da sind, eine physikalische Reaktion auslösen, die den Luftstrom des Witzadressaten schlagartig verändert, aber überraschenderweise auch die des Witze-Senders. Annegret Kramp-Karrenbauer schreibt dem Witz eine reinigende Wirkung zu. Und der immer noch amtierende Witzbeauftragte der FDP, Rainer Brüderle, will unbedingt in einem Gesetz geklärt haben, dass Witze jeweils durch das Objekt des Witzes definiert sind. Das bedeutet, dass die Scherze, die bislang als Männer-Witze galten, nun Frauen-Witze heißen, weil die Opfer dieser Witze Frauen sind. Ein Vermittlungsversuch, sie nach den Orten und Auslöser zu benennen, wo und durch was sie entstanden sind, also Hinterzimmer-, Kneipen-, Bier-oder Rotwein-Witze, hat er bislang abgelehnt. Von einem Plan, sie nach den psychologischen Hintergründen zu benennen, die die Witzeerzähler treibt, hat man schon im Vorfeld Abstand genommen. Die Grünen haben für sich bei diesem Thema auf die Frage reduziert, wieviel Schadstoffe beim Lachen ausgestoßen werden.

Führende Wissenschaftler von den Lehrstühlen für Witz-Politik, Witz-Soziologie und Witz-Psychologie, zu denen auch der Blog-Autor gehört, warnen jedoch davor, sowohl das Kreieren, als auch das Dealen und schließlich auch das Konsumieren von Witzen unter Strafe zu stellen. Die Folge wäre, dass der Austausch von Witzen in den Untergrund verschwindet und staatlicherseits nicht mehr kontrollierbar wäre. Außerdem würde lachen als Gesundungsmittel in einer Grauzone verschwinden und somit die gleichen Schwierigkeiten bereiten, wie heute die Freigabe von Cannabis.

Die Wissenschaftler können dabei sicher sein, dass auf sie keiner hört, weil das Gehör und das gesamte Gehirn durch den Menschverstand besetzt sind, der dann gesund ist, wenn er den Vorstellungen eines CSU-Ministers entspricht. Das ist doch beSCHEUERt!

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

Eine Partei hatte mehrere Söhne. Und einer der jüngeren davon sprach, Vorsitzende gib mir mein politisch Erbteil wieder, das mir zusteht. Und die Vorsitzende gab es ihm. Und er sammelte alles zusammen, seine Erfahrung, sein Ruf, seine Verbindungen und ging in ein fremdes Land. Dort verprasste er sein christlich politisch Erbteil in üblen Sitzungen und Aufsichtsräten. Und ersetzte dies durch den Gewinn von einigen Millionen. Da spürte er eine große Leere im seinen Einmeterachtundneuzig, die er zu füllen versuchte und er diente sich einem Manne an, der von Heuschrecken lebte. Das schreckte ihn doch immer mehr ab und da ging er in sich und sagte sich ex und cum und es hörte ich an wie ex und hopp. Und er sprach zu sich „Friedrich Dein zu Hause wartet auf Dich und Deine Mutter, die Partei“. Und er nahm sich vor dort zu sagen, dass er gesündigt habe gegen das christliche Gebot der Demut und der Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit und dass er nicht Wert sei, es sich als einfaches Mitglied bequem zu machen, sondern zur gerechten Strafe das Joch des Vorsitzenden auf sich zu nehmen.

Ein großer Teil der Geschwister eilte ihm entgegen, als sie ihn auf dem Wege sahen und küssten und herzten ihn. Sie versahen ihn mit Würde und begannen ein Opfer zu wählen, das sie ihn darbringen könnten und für ihn ein großes Fest auszurichten. Als einige andere Geschwister jedoch davon hörten, wollten sie nicht mit ihm feiern und wurden zornig und klagten: „Dem, der sein parteilich christlich Erbe verprasst hat wird nun ein Mast Kalb geschlachtet und ein Fest ausgerichtet, während wir so viele Jahre der Partei gedient haben, noch nie auf ihre Kosten feiern durften“? Da sagte die Partei: „Dein Bruder war politisch tot, er war verloren und ist wiedergefunden. Freut Euch alle, nicht nur Christus ist auferstanden auch Friedrich im Merz, und er wird sich wieder aufrichten in voller Größe“.

Und in der Neuinterpretation der Evangelisten wurde, da inzwischen auch in dieser Partei das Mehrheitsprinzip eigeführt war, ein Familienrat einberufen. Der sprach einer der älteren Schwester die Macht zu und diese scheint – anders als bei Lukas 15 Vers 11-32 – den verlorenen Sohn nun doch bestrafen wollen und zwar durch ein Ministeramt. Amen!

Und dann noch ein etwas heikles Thema

Brettl-im-blog-intim

Brettl-im-blog glaubt in den vergangenen 2 Jahren ein so starkes Vertrauensverhältnis zu seinen Lesern und Hörern aufgebaut hat, dass es nun auch über ganz sensible, wenn nicht sogar intime Themen sprechen kann, denn

Es ist nicht leicht über Darmprobleme zu sprechen. Die hatte ich früher ganz ganz schlimm. Immer diese schrecklichen Blähungen und Krämpfe und vor allem der Durchfall. Immer wieder wenn ich das Radio einschaltete und Volksmusik hörte. Ich habe es mit allen Mitteln versucht, zuerst hatte ich die Wilderer Herzschützen weggelassen, dann die Zittertaler Dissonanten übersprungen und schließlich mir bei Marianne und Irene Notenfischer die Ohren ganz fest zugehalten. Nichts hat genützt. Zum Glück haben wir Kitschi-Merde entdeckt und die Beschwerden sind wie weggeblasen. Allerdings sollten Sie die Dosierungsempfehlungen auf dem Beipackzettel unbedingt beachten. Alle 16 Takte eine Dosis Stadl-Saft (auch gegen Heino geeignet) .

Beachten Sie auch: Das Medikament enthält 60% Alkohol und Großspuren von Tranquilizer und Hypnotika. Fragen Sie auch ihren Arzt oder Apotheker, vorausgesetzt, diese lieben nicht selbst Volksmusik.

Last not least der fast schon übliche Brexit-Kommentar

Wir beschränken uns auf die Aussage des wohl berühmtesten Vertreters der Vergleichenden Kulturwissenschaft:

Foto-Quelle: Aus der Privatsammlung des Blog-Herausgebers

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