SatirSpiegel im brettl-Format vom 24. Mai 2018

SatirSpiegel im brettl-Format vom 24. Mai 2018

 

„brettl-im-blog“ hat sich seit seiner Gründung im Jahre 2017 nach Christi Geburt um Beiträge auf zwei Ebenen bemüht

  • zum einen auf einer sogenannten Metaebene (Esel würden die Brücke mit dem Bezeichnung 10 Meta(er) über der Erde) wählen, also eher auf einer abstrakten Ebene, die sich mit der Frage auseinandersetzt, was Satire leisten kann und was den Kern von Satire ausmacht
  • zum anderen auf der Ebene, auf der solche Erkenntnisse konkret auf die Kommentierung ausgewählter realer gesellschaftlicher und politischer Ereignisse und Themen angewendet werden.

 

 

Der nachfolgende Beitrag mag ein Beispiel dafür sein, in dem die Frage „wann wird aus einer Pointe ein real existierender Witz“ am Fall des Satir -Spiels um die FDP und dem mal mehr, mal weniger heimlichen Kampf der Parteiführer um die Meinungshoheit in ihrer Partei.

Wann wird aus einer Pointe ein real existierender Witz?

Ein theoretischer Ansatz erklärt das Funktionieren von Witzen damit, dass der Zuhörer in eine bestimmte Erwartungsrichtung gelenkt wird, die dann plötzlich eine überraschende Wendung erfährt. Dieser Widerspruch erzeugt Lachen. Da könnte man in Loriots Manier antworten und zwar mit einem allumfassenden „Aha!“. Allerdings bleibt besonders penetrant Neugierigen offen, warum die Witzeerzähler sehr häufig am meisten über ihren Witz lachen und sich bemühen müssen, die Pointe nicht durch ein eigenes vorzeitiges Losprusten zu versauen. Ebenso ungeklärt bleibt, warum die einen einen Lachreiz erfahren, während die anderen gerademal zu einem Gähnen angehalten scheinen

Rein äußerlich kann man zu Recht und mit Sicherheit feststellen, dass aus einer Pointe ein Witz geworden ist, wenn jemand darüber lacht. Unabhängig davon, unter welchem Eruptionsgrad dies geschieht, vom leichten Schmunzeln über ein herzhaftes Lachen bis zu einem sich Ausschütten und Losbrüllen. Dabei ist die Pointe das von dem Schreiber oder Erzähler gedachte Ziel, mit der Absicht, dass andere darüber lachen. Jeder, der z.B. satirische Texte verfasst und deren Erfolg auf der Bühne verfolgt z.B. als Kabarett Nummer, wird erstaunt sein, wie unberechenbar sein Publikum ist. Da brüllen die Leute an einer unbeabsichtigten Stelle los und an anderer eigentlich erwarteten Heiterkeits-Passage kommt keine Reaktion. Dann wiederum lachen bestimmte Gruppen über eine Pointe andere wiederum nicht – und dabei braucht man nicht einmal den Extremfall heranziehen, für einen am Vortrag beim Fußballerstammtisch mit Erfolg präsentierten Männerwitz tags darauf in einem feministischen Zirkel nun Prügel zu beziehen.

Keine Angst, brettl-im-blog lässt seine Leser und Hörer mit solch gravierenden Fragen nicht alleine. Auch hier helfen die Wissenschaft bzw. die Wissenschaftler, die es sich zu ihrer Aufgabe machen, alltägliche Phänomene mit naheliegenden Erklärungen in Verbindung zu bringen und dann mit einem Begriff zu versehen, der dann fortan in einem Atemzug mit dem „Erfinder“ genannt wird. Bei unseren Fragestellungen leihen wir uns einfach mal den erwachsenenpädagogischen Begriff der „Ermöglichungsdidaktik“ heraus und bitten dessen Createur, Rolf Arnold um Entschuldigung. Ersetzen wird dann den Begriff „Ermöglichungsdidaktik“ aus der entsprechenden Begriffserklärung bei Wikipedia durch die Neuschöpfung „Ermöglichungskomik“. Dann heißt die wissenschaftlich fundierte Erklärung nun exakt zitiert:

Vor einem konstruktivistischen Hintergrund geht die Ermöglichungskomik davon aus, dass Lachen nicht erzeugt werden kann. Hier grenzt sie sich von erzeugungskomischen Ansätzen und Belehrungskomiken ab, da sie davon ausgeht, dass gleiche Vorgaben und gleiches Verhalten bei unterschiedlichen Zuschauern, Lesern und Hörern unterschiedliche Wirkungen erzeugen“.

So, ab heute wissen alle, die brettl-im-blog zu sich nehmen, was sie tun müssen, um komisch zu wirken. Uns bleibt nur noch die fast beleidigte Replik: Dann basteln Sie sich Ihren Witz doch selber!

Und als letzte kleine satirische Dienstleistung stellen wir Ihnen einen konkreten Übungs-Fall am Beispiel der Bildberichterstattung (im Sinne von Foto-Berichterstattung) über den Bundesparteitag der FDP am 12. und 13. Mai 2018 in Berlin zur Verfügung. Da sitzen Christian Lindner und Wolfgang Kubicki einträchtig zweiträchtig auf dem Podium und denken mehr oder weniger sichtbar deutlich in die Kamera. Sie, unserer Leser und Hörer, können sich ihren Witz nun selber herstellen, indem Sie die Denkblasen und die Kommentarzeile selber ausfüllen. Eine kleine Vorgabe haben wir schon geleistet. Die 3 besten Antworten gewinnen weitere 3 Ausgaben von brettl-im-blog kostenlos. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ansonsten unterliegt das ganze Verfahren dem nachfolgendend dokumentierten Kleingedruckten.

Sollte brettl-im-blog durch höhere Gewalt, Gewitter, neues Polizeigesetz oder durch die Berufung von Jan Böhmermann zum Bundesbeauftragten zur Zulassung von Satire behindert werden oder uns, wie von Asterix schon lange befürchtet, der Himmel auf den Kopf fällt, sind alle Ansprüche an brettl-im-blog obsolet

 

Komik-Ergänzungsaufgabe: Füllen Sie bitte die Denkblasen und die Kommentarzeile aus.

 

Ganz so grün scheinen die sich doch nicht zu sein.

 

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Abseits der Politik, ob national oder international geschehen Dinge, die die Welt in Atem halten sollte, doch es gibt Ereignisse, die trotz ihrer zunächst als provinziell erscheinenden Bedeutung, plötzlich eine öffentliche Aufmerksamkeit erlangen, die nach näherem Hinsehen, doch mehr aussagen als die Wiedergabe eines Geschehens so im Regionalteil eines Regionalblattes. Einem solchen Phänomen widmen wir unseren Beitrag

Hundeliebe

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover, der man  nachsagt, sie sei langweilig – und das vor allem seit brettl-im-Blog dort seinen Sitz hat, völlig zu Unrecht – hat ihre weltpolitische Unabhängigkeit wieder einmal bewiesen. Während die Welt auf die Beißattacken in und aus dem Weißen Haus oder vielleicht gerade noch auf das Knurren auf der Bühne des FDP-Parteitages schaut, beschäftigten sich die Hannoveraner im April dieses Jahres mit der Attacke des Bullterrier Mischlings Chico und vor allem um die Beißorgien, die diese nachfolgend unter den Menschen auslöste. Chico hatte seine Halter, eine 52 Jährige Frau und ihren erwachsenen Sohn, tot gebissen.

Die öffentlich ausgetragene und medial vermarktete Diskussion drehte sich um die Frage, was nun mit dem Hund geschehen sollte. Selbst philosophische Gedankengänge über Schuld und Sühne, wie man sie eigentlich bei tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Menschen erwarten würden, waren nicht zu vermeiden. Als es sich abzeichnete, dass der Hund eingeschläfert werden sollte, gab es eine Unterschriftenaktion gegen diese Maßnahme, an der sich knapp 300 000 Menschen beteiligten. Wieviel Menschen an der Beerdigung der Opfer teilnahmen, wurde nie bekannt. Am Ende wurde der Hund schließlich eingeschläfert, allerdings mit der Begründung, dass er sich bei seinen Beißattacken selbst so schwer am Gebiss verletzt hätte, das eine komplizierte und gefährliche Operation notwendig gewesen wäre. Eine andere Begründung hätten sich die zuständigen Stellen wohl nicht getraut.

Der ethische Zustand einer Vielzahl unserer Zeitgenossen lässt sich eben an solchen Ereignissen ableiten. Was haben sich die vermeintlichen Tierschützer ins Zeug gelegt und sektiererische Bekenntnisse mit Argumenten verwechselt. Nicht rekonstruiert werden konnte, ob die letzten Worte der Totgebissenen nicht lauteten: Menschen haben mich schon so oft enttäuscht, Hunde waren dagegen noch nie. Die Äußerungen der Parteigänger für Chico hatten fast schon den Charakter von Liebeserklärungen an den Hund mit der Tendenz zu Heiratsangeboten. Ein Ehepaar wollte Chico sogar als Spielkameraden für ihre Kleinkinder aufnehmen. Oder war dies eine versteckte Form der Auslese?

Rein evolutionsbiologisch müsste das Auslesekriterium für Menschen im Kopf liegen. Selbst ein Boris Becker nahm für sich bei seinen Siegen in Anspruch, dass das Match im Kopf entschieden wurde.

 

 

 

 

Nun, das Bemühen, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren, und das möglichst gut, ist bei allen, die sich auf die Bühne stellen, ob in der Politik, dem Sport oder auch der Kunst, in der Regel ausgeprägt. Ein reichliches Quäntchen Narzissmus ist so etwas wie das Gewürz in der Interaktion zwischen Menschen. Nur, hier gilt wohl dasselbe wie bei der Zubereitung von Speisen. Ein Überwürzen verdirbt das Essen und allmählich auch den Geschmack der Gäste.

Wer seine Existenz dahingehend ausgerichtet hat, selbst Gewürz zu sein, muss sich zwangsläufig darum bemühen, seine Würzkraft immer wieder neu zu beleben. Berühmt zu bleiben ist meist schwieriger als es zu werden.

 

Wie bleibt man berühmt? – Der Matthäus Effekt

Wenn man, wie der Blogautor, nach frühen Eintragungen in das Klassenbuch, aber zum Glück noch keines im Strafregister, jedoch mit zunehmenden Alter einige bei Google hat,und wenn man dann zur Selbstkontrolle oder noch besser zur Selbstbeweihräucherung, um nicht ein anderes Wort zu benutzen, seinen Namen bei der bekannten Suchmaschine eingibt und dann noch von seinen Eltern völlig arglos den Vornamen Lothar verpasst bekommen hat, wird man bei der Eingabe dieses Namens sofort Opfer der Ergänzungsmaschinerie. Es erscheint nämlich Lothar Matthäus, eine Höchststrafe für jemanden mit einem einigermaßen intellektuellen Anspruch. Und sofort kommt einem in den Sinn, dass es so etwas gibt, wie einen Matthäus Effekt. Wer die früheren Interviewbeiträge, meist schon am Spielfeldrand eines Fußballstadions in Erinnerung hat und seine späteren Statements und all die von der Boulevard Presse aufgesogenen Aktivitäten, nicht aus denselben zu verschwinden, mag zunächst einmal den Eindruck gewinnen, dass sich die Wissenschaft doch sehr aktuell um Phänomene aus dem Alltäglichen kümmert, auch wenn diese banal oder als Bebilderung negativer Erscheinungen erscheinen. Doch weit gefehlt und doch noch dicht dabei.

Der Matthäus Effekt leitet sich aus dem neutestamentarischen Gleichnis von den anvertrauten Talenten und von der Verheißung ab „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat“ Matthäus“ (Mt 25,29), und von dem Grundsatz, die zu belohnen, die aus ihren Talenten etwas gemacht haben. Da die Mehrzahl der Bevölkerung nicht unbedingt bibelfest ist, muss Lothar Matthäus sich damit begnügen, sich selbst zu belohnen. Schließlich sind seine Talente, Fußball zu spielen, von ihm nicht mehr gefragt. Da gibt es inzwischen andere, die dies weltmeisterlich können. Nicht unbedingt der Gruppe der Hochbegabten zugehörig, hat er seine Talente schon verbraucht, mit Ausnahme seiner Schnellkommentare am Spielfeldrand und einen solchen Platz nimmt er nun ein, als Kommentator am Expertentisch bei dem Fußballmonopolisten. Dort sagt er Texte auf, die entweder auf einem Teleprompter vorformuliert oder ihm ins Ohr gesagt werden oder, was noch schlimmer ist von ihm vorgestanzt wurden. Aber Vorsicht, sobald der spontan um eine Meinung gebeten wird, gerät er in Gefahr, das Publikum zu beleidigen. So hat er kürzlich auf, als es um einen Lösungsvorschlag für eine immer wieder auftauchende strittige Situation im Spiel ging, folgende Antwort gegeben. Der (deutlich gut verständliche) Vorschlag wäre zu kompliziert, er würde ihn gar nicht verstehen und 99% der Fußballfans auch.

„Lieber Loddar, die Liebhaber dieses Ballspieles sind nicht mehr oder weniger beschränkt als der Durchschnitt der Bevölkerung“. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die weit überwiegende Mehrheit diesen Vorschlag verstehen würde und es wiederum die Mehrheit von diesen gelingen würde, diesen Vorschlag zu erläutern. Zur Not auch der Autor dieser Zeilen, der Experte für Erwachsenenbildung ist und mit seinem Erklärungsversuch, ein Beispiel für Inklusion auch auf diesem pädagogischen Feld leisten könnte. Die Mailadresse ist ja bekannt!“.

Vielleicht sind wir auch bei der Assoziation zum Matthäus Effekt einer falschen Fährte gefolgt und wir hätten besser an der Redewendung „Matthäi am Letzten“ angesetzt

 

 

Und wenn es schon in dieser Ausgabe von brettl-im-blog um die Frage geht, wie man berühmt wird und wie man sich dies erhält, sind wir nicht mehr weit von Heidi Klum entfernt. Und hier ist der Beweis für die erschütternde Wahrheit, die erstmals von brettl-im-blog an die Öffentlichkeit gebracht und durch das nachfolgende Foto auch bewiesen wird.

Auch Heidi Klum ist schon früh von Harvey Weinstein bedrängt worden!

Wie die Abbildung zeigt, ist sie eigentlich die Urmutter der ‚me too Bewegung

Quelle: Anonym zugespielter Zeitungsausriss aus dem Feindes-Lager von Heidi Klum.

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