SatirSpiegel im brettl-Format vom 6. Juni 2017

Menschen, die gegenüber Tradition eine Skepsis entwickelt haben, seien gewarnt. Dies ist schon die dritte Ausgabe des SatirSpiegels brettl-im-blog.de. Dennoch haben wir uns bemüht, wieder neu zu sein, was allerdings nicht allzu schwierig ist, da uns das Umfeld ständig mit Neuem beliefert. So macht es eher Mühe, aus der Vielzahl etwas auszuwählen, was sich zu bearbeiten lohnt und Euch in der so bearbeiteten Form zugemutet werden kann. Heute sind es

  • das Märchen vom heiligen Martin,
  • die erste Folge einer „semantischen Sequenz“, sowohl schriftlich als auch in hoffentlich gutem Ton und schließlich noch
  • ein mini-brettl-witz

Und wie immer die Bitte um Schluss: Wenn Euch unser SatirSpiegel „brettl-im-blog.de“ gefällt, anderen weitersagen und wenn er Euch nicht gefällt, empfehlt ihn denjenigen wärmstens, die Ihr nicht mögt.

 

„Das Märchen vom heiligen Martin“

 

Semantische Sequenz „Alle Menschen sind verschieden, nur meine Erbtante nicht“

 

Semantische Sequenzen, Folge 1

„Alle Menschen sind verschieden, nur meine Erbtante nicht“

Nehmen wir 2 Ereignisse, die zunächst einmal nichts miteinander zu tun haben oder sagen wir vielmehr: nichts miteinander zu tun haben scheinen und verbinden sie syntaktische zu einem Ganzen. So ergibt sich daraus die Frage, ob die so gewonnene Synthese ein neues Ganzes ergibt, oder die Verbindung der Ereignisse dem jeweils vorher eigenständigen Ereignis oder eine neue Information und damit eine neue Bedeutung zuweist.

Ein Beispiel. Ein Psychologe gibt die an sich gar nicht so neue Erkenntnis von sich – und ich zitiere sinngemäß: Alle Menschen sind verschieden. Gleichzeitig nehmen Sie angesichts ihrer zunehmenden Geldsorgen war, dass ihre Erbtante sich immer noch bester Gesundheit erfreut und jeglichen Gedanken, Ihnen vor ihrem Ableben etwas von ihrem Geld abzugeben, von sich weist.

So liegt die Verknüpfung zu folgendem syntaktischen Gefüge nahe: Alle Menschen sind verschieden, nur meine Erbtante nicht. Allerdings mit der Auswirkung, dass darin das Potenzial einer neuen semantischen Sequenz lauert.

Hier werden allgemeine Erkenntnisse, die man durchaus als Axiome verstehen kann, wie „alle Menschen sind verschieden“, und subjektive Betroffenheit ob Ihrer individuellen Geldsorgen so miteinander verknüpft, dass das Wort verschieden nahezu zwangsläufig in unterschiedlicher Bedeutung erscheint. Einmal bezeichnet es die Tatsache, dass die Menschen sich grundsätzlich voneinander unterscheiden (ob dies auch ein Gegenstand der Zwillingsforschung sein kann ist noch offen) anderseits bezeichnet es die Tatsache, dass jemand noch unter den Lebenden weilt. Ein Sinnzusammenhang wird allerdings erst dann evident, wenn man sich der vermuteten gemeinsamen Wurzel der unterschiedlichen Bedeutungen begrifflich nähert. Es ist das Scheiden. Einmal in dem Sinne, dass Menschen sich voneinander unterscheiden und zum anderen, dass Menschen aus dem Leben scheiden, oder gerade nicht, wie es bei besagter Erbtante der Fall ist.

Anders verhält es sich bei der Verwendung von Symbolen über deren Signifikanz man durchaus streiten kann, vor allem, wenn sie sich lebensnaher Bilder bedienen.

Auch hier wiederum ein Beispiel, das wiederum dann eine Nähe zu dem vorigen Beispiel hätte, wenn sich die Behauptung, die Erbtante wäre nicht verschieden, nicht mehr aufrechterhalten ließe.

Dann liegt es nahe auf den Alltagsspruch zurückzugreifen:

Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Dies könnte als ein Hoffnungsträger für den Erben verstanden werden, den wir dann wieder in ein neues syntaktisches Gefüge einordnen können. Während wir uns bei unserem ersten Beispiel um eine Analyse bemüht haben, d.h. ein bestehendes Ganzes, auch wenn es nur durch die Addition von zwei Einzelteilen entstanden ist, analytisch wiederum in Einzelteile zergliedern, ohne dass diese identisch sein müssen mit den zuvor addierten Teile, bemühen wir uns in dem zweiten Beispiel um eine Syntheseleistung in dem Sinne, dass wir zwei Teile zu einem neuen originär Ganzen zusammenfügen, wobei hier ein schon bekannter Einzelteil mit einem neu hinzugefügten in Verbindung gebracht wird.

Um konkret zu werden, hier der neu erstandene Satz: Das letzte Hemd hat keine Taschen, wohl aber das derer, die um die Gruft herumstehen.

Und die Erkenntnis aus diesem Beispiel lautet‘: Das Leben ist sehr kompliziert und lässt sich, wenn man es richtig anfasst noch komplizierter darstellen. Dafür tragen bestimmte Berufsgruppen die Verantwortung, die hier nicht extra benannt werden.

Aber keine Angst, die wollen doch nur spielen und das auch nur in Gedanken. Allerdings auch mit Worten, und dies wiederum könnte dann doch wehtun.

 

 

„mini-brettl-witz“

 

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. Das Zuhören und Lesen bereitet extreme Freude! Ich bin übrigens in freudiger Erwartung auf den Ausgang des „Martini-Märchens“ am 24. September

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