SatirSpiegel im brettl-Format vom 9. Februar 2018

 

GroKo Sein oder nicht sein

Springt sie, die Partei, oder er über die Klinge?

www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur/6624

 

 

Gerade die Vorkommnisse in jüngster Zeit um die Ausbeutung von Tieren macht das Unterfangen von Martin Schulz, so wie es in Klaus Stuttmanns Karikatur dargestellt wird, geradezu zum Skandal.

Schon in Vorbereitung auf eine erneute GroKo tut die SPD gut daran, sich schon Gedanken über die Chance für zukünftige Koalitionen zu machen. Ein Pakt mit den Grünen würde unbedingt erfordern, sich früh mit einem intensiven Tierschutz auseinanderzusetzen. Im konkreten durch Klaus Stuttmanns beschriebenen Fall, heißt dies, sich nicht auf die Frage zu fokussieren, ob der Löwe nun springen wird oder nicht. Vielmehr müssen wir umdenken und versuchen, den Löwen zu verstehen und uns in seine Gedankenwelt hineinzuversetzen. Brettl-im-blog ist es sensationell gelungen, mit einer besonderen Methode, die Gedanken des Löwen wenigstens in Gedankensplittern zu erfassen. Die Methode trägt die Bezeichnung „Satire“ und lässt sich aus menschengeschaffenen Vorkommnissen extrahieren und ist in unbegrenzter Anzahl aufzufinden, solange man das richtige Gespür dafür hat.

Dass sich die Rhetorik unseres Löwen in Spiegelstrichen oder, wie hier dargestellt, in Sprechblasen erschöpft, sollten man ihm nachsehen, er hat sie sich von seinem Dompteur abgeschaut.

 

Man muss das Ganze perspektivisch sehen

Während die Politiker und auch die Bevölkerung gespannt auf die gegenwärtige Situation schauen und angefeuert durch die sich investigativ gebende Presse jegliche Muskelregung des Löwen registrieren, ob er sich nun zum Springen anschickt oder nicht, verlieren sie den Blick auf das Wesentliche. Dieses liegt in der langfristigen Perspektive, die uns die gegenwärtigen Entscheidungen eröffnen. Zum Glück gibt es die Satire und vor allem die Weitsicht von brettl-im-blog, das folgendes Szenario vor sich und vor seinen Lesern und Hörern sieht.

Wir schreiben das Jahr 2068, also wieder einmal ist 68 eine magische gesellschaftsbewegende Zahl. Es ist nun 50 Jahre her seit der Entscheidung über die wiederholte GroKo mit der unverwüstlichen Rautenkönigin Angela und vor allem auch nach dem historischen Parteitag der SPD und dem Auftritt des damaligen Juso Vorsitzenden, Kevin Kühnert. Kühnert, inzwischen reife 79 Jahre alt, erinnert sich noch gerne an diese Zeit und vor allem an den 18. Januar 2018 in Bonn. Und er erzählt gerne und immer wieder von damals und die Jahre danach und, was noch schlimmer ist, er lässt etliche andere ebenso oft daran teilhaben. Sich einer solchen Teilhabe zu entziehen, ist schwieriger geworden, vor allem nach der von Alexander Dobrindt, dem großen Widerspruch in sich, erfolgreich durchgeführten konservativen Revolution. Diese hat Strukturen und auch Kulturen wieder hergestellt, wie sie vor den 68ern des vorigen Jahrhunderts bestanden und darüber hinaus konsequent vollendet.

  • Der Liberalismus hat gesiegt, aber nur der der Wirtschaft
  • Politiker sind zu Marktwächtern degradiert worden
  • Die Banken erheben die Steuern direkt und finanzieren sich nicht mehr über die öffentlichen Haushalte
  • Der Föderalismus hat gesiegt, aber nur zugunsten Bayerns
  • Der Generalsekretär der CSU übernimmt qua Amt den Vorsitz des Wächterrates der Wirtschaft
  • Und die Welt trifft sich in den Salons der Wirtschaftsbosse. Und einer davon heißt Kevin Kühnert.

 

Ja, hört gut zu, wenn Boss Kevin erzählt.

Damals, 2018, im Januar. Draußen in Bonn war es nass und auch kalt. Im Saal war es heiß. Ich schritt auf dem Gang durch die Mitte, links und rechts Delegierte, über 600 an der Zahl. Die Scheinwerfer und Kameras voll auf mich gerichtet, ein Moment des Triumphes schon vor der Tat. Dann auf der Bühne, auf das Pult leicht gestützt, die beißenden Worte: Lass Zwerge uns sein, um dann Riesen zu werden! Tosender Beifall, fast der Start der Revolte. Doch es sollte nicht sein. Mama Nahles war wütend und schalt uns sehr heftig. In die Alten im Saale, da kroch sie, die Angst. Am ängstlichsten war er, der Martin, am glücklichsten dann, als die Revolte misslang. An Andreas Schulter gelehnt, sucht er Schutz vor den nervigen Jungen und gewinnt nur ganz knapp.“

Ja, hört gut zu, wenn Boss Kevin erzählt

„Damals vor gut 50 Jahren entschied sich mein Leben. Hätte ich damals gewonnen wäre ich Che Guevara der Deutschen, gehetzt durch die Wälder von Bayern durch die Tunnel der Rhön bis hin zu der Nordsee. Doch es kam ganz anders. Denn alle Welt lobte meine Rhetorik auch meine Gegner, wenn auch mit distanziertem Respekt. Eine Firma für friedliche Produkte, wie Pflugscharen, bot mir die Stelle eines Firmensprechers an und hoffte auf meine geschickten Argumente, die waren sehr wirksam, bald wurde ich zum Boss.“

Ja, hört gut zu, wenn Boss Kevin erzählt

„Die Firma erblühte, zum Glück auch durch mich, sie wurde bald größer und gab Menschen Brot. Da reichte der Verkauf von Pflügen bald nicht mehr, man produzierte auch Schwerter und brauchte nun Gründe. Und keiner, konnte bessere liefern als ich, der Big Boss.“

Ja, hört gut zu, wenn Boss Kevin erzählt

„In der Politik suchte man Männer, die die das Land gut gestalten und kam dann auf mich. Ich vertrat die Interessen des gesamten Landes, der Wirtschaft, des Geldes aber alles für Euch, die ihr mir blind vertraut. Vertraut mir, auch Schwerter schützen den Frieden, sie verhindern, dass Euch einer die Flugscharen klaut.“

Ja, hört gut zu, wenn Boss Kevin erzählt

„Und wenn meine jungen Leute heute aufbegehren, erzähl ich Geschichten von früher, als ich selbst den Mächtigen Angst einflößte und lächele milde, sehr zum Ärger der Jungen.“

Ja, hört dann schnell weg, wenn Kevin Kühnert erzählt

 

Trump, der weltweite Inklusionsversuch

 

Brettl-im-blog findet sich endlich in seiner Vermutung bestätigt, dass es sich bei der Wahl von Donald Trump um eine Verschwörungsinszenierung von weltumfassendem Ausmaß handelt. Dies war nicht mehr geheim zu halten, seit Trump sich selbst als ein geistig vollkommen gesundes Genie geoutet hat.

So ist es nun offenbar geworden, dass es sich bei den Vorgängen um Trump um eine Geheimstudie handelt, die von der UNO – auch mit Zustimmung Russlands und Chinas und Enthaltung Nordkoreas – in Auftrag gegeben wurde. Grob skizziert handelt es sich um einen Inklusionsversuch auf weltpolitischer Bühne und ist verhaltenstheoretisch ausgerichtet. So soll unter Vortäuschung einer narzisstischen Störung des Protagonisten die Reaktion anderer Staatenlenker betrachtet und zugleich Möglichkeiten der Integration in eine normale politische Welt ausgetestet werden. Angela Merkel als Weltmutti sollte in diesem Versuch eine besondere Rolle zukommen, auch wenn dies ihr gegenüber geheim gehalten wurde. Durch die Indiskretion von Donald Trump musste nun das ganze Unterfangen abgebrochen werden. Daraus ergeben sich nun jedoch Nachfolgeprobleme bzw. Kollateralschäden. Wozu brauchen wir dann noch Angela Merkel und insbesondere, was machen wir mit Donald Trump, wenn der sich derart in sein Spiel verliebt hat, das er glaubt, weiterhin Präsident der Vereinigten Staaten zu sein? Da gibt es nur eine Richtschnur und die heißt: „Amerika first!“

 

Die antiautoritäre Bewegung hat die Deutsche Bank erreicht

 Die Antiautoritären werden jubeln. Völlig unbemerkt hat sich bis ins Herzstück der deutschen Wirtschaft eine Idee der 68er Bewegung durchgesetzt. Einige „streng antiautoritäre“ Eltern, die ihre Kinder nicht konditionieren wollten, haben das Prinzip der Belohnung umgedreht und damals ihre kleinen autonomen Wesen nicht für gute Zensuren belohnt, sondern für schlechte. Während dieses Prinzip durch unser gesamtes Bildungswesen nun schon über Jahrzehnte korrumpiert wird, hat es sich bei der Deutschen Bank durchgesetzt. Trotz erheblicher Verluste erhalten ihre Manager z.T. einen millionenschweren Bonus.

Als Grund wird angeführt, dass man Angst habe, sie an die Konkurrenz zu verlieren. Pssst…Ein kleiner Tipp von brettl-im-blog: Wenn diese schon so erfolglos waren, müsste man sich eigentlich freuen, wenn sie nun die Konkurrenz in den Ruin führen.

 

 

Brettl Splitter

Satire überschreitet manchmal auch die Grenze zum Makabren hin, wenn sie etwas deutlich machen will. So sind auch die folgenden „Nachrichten“ zu verstehen.

 

Richtigstellung. Es liegt sicherlich im Interesse des ganz Niedersachsen mit Steuermittel versorgenden Unternehmens VW, dass sich auch brettl-im-blog bemüßigt, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass ein übles Gerücht fälschlicherweise verbreitet wird. Es ist völlig aus der frischen Luft gegriffen, dass VW als Wiedergutmachungsaktion seinen Kunden mit ihrer Familien eine Freikarte zum Besuch des Affenhauses im Hannoverschen Zoo schenkt.

 

Ingvar Kamprad, IKEA-Gründer musste, als er 91-jährig am 27. Januar 2018 starb, für sich persönlich feststellen, dass er vergessen hatte, für das letzte Möbelstück, das der Mensch brauchte, ein selbst zusammenbaubares Modell in seine Produktpalette aufgenommen zu haben. Und mit welcher Voraussage könnte man die weitere Zukunft besser einläuten als die, die ihm als Lebensmotto zugetragen wurde:

„Das meiste ist noch nicht getan“!

Also dann bis zur nächsten Ausgabe unseres Blogs!

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